Teil 2 unserer Serie zur KI-Sichtbarkeit. In Teil 1 ging es um die grundsätzliche Frage, ob klassische SEO durch KI an Bedeutung verliert. Die Antwort war ein klares Nein – gute SEO bleibt das Fundament, und Google bestätigt das in seiner eigenen Dokumentation. In diesem Teil geht es konkreter zu: um die Situation in der Schweiz und um die Arbeit, die wir bei BSZ dafür leisten.
Die Art, wie Menschen nach einem Anbieter suchen, verschiebt sich gerade. Neben die klassische Google-Suche tritt ein zweiter Weg. Statt ein paar Stichworte einzugeben und die Trefferliste durchzugehen, formulieren immer mehr Leute eine ganze Frage – und richten sie an eine KI. «Welchen Anbieter empfiehlst du für …?» Was zurückkommt, ist keine Linkliste, sondern eine fertige Antwort mit ein, zwei Namen darin. Steht Ihr Name nicht dabei, taucht Ihr Unternehmen für diese Person gar nicht erst auf.
Damit verschiebt sich auch die Frage, die man sich als Unternehmen stellen sollte. «Auf welcher Google-Position stehe ich?» ist nach wie vor wichtig. Neu dazu kommt: Was tun Sie eigentlich dafür, dass auch eine KI Ihre Website findet, versteht und weiterempfiehlt?
Womit sucht die Schweiz – und was ist neu?
In der klassischen Websuche führt in der Schweiz weiterhin Google, und zwar deutlich: über 81 Prozent Marktanteil (StatCounter, Juni 2026). Daran ändert sich vorerst nichts, und für die meisten Unternehmen bleibt die Google-Suche der wichtigste Kanal überhaupt. So weit, so bekannt.
Spannend wird das noch junge Feld daneben: die KI-Assistenten. Hier verteilt sich die Nutzung anders, und ein Anbieter liegt klar vorne. Die Zahlen von StatCounter für die Schweiz (Juni 2026):
- ChatGPT (OpenAI): rund 72–77 %
- Gemini (Google): rund 8 %
- Perplexity: rund 6–8 %
- Claude (Anthropic): rund 4–7 %
- Copilot (Microsoft): rund 3–6 %
Man kann es so zusammenfassen: Wenn jemand in der Schweiz eine KI um eine Empfehlung bittet, landet er in den allermeisten Fällen bei ChatGPT. Das ist kein Widerspruch zur Stärke der Google-Suche, sondern ein zusätzlicher Kanal, der sich parallel dazu aufgebaut hat. Wer sichtbar bleiben will, muss künftig beide im Blick haben – die Suche, in der Google den Ton angibt, und die KI-Assistenten, in denen aktuell ChatGPT dominiert.
Der praktische Haken daran: ChatGPT und Perplexity holen sich ihre Informationen anders als die Google-Suche. Sie bringen eigene Crawler mit und folgen eigenen Regeln. Nur gute Inhalte zu haben, reicht deshalb nicht – die Inhalte müssen bei diesen Systemen auch tatsächlich ankommen.
Woran wir bei BSZ arbeiten
Ob eine KI ein Unternehmen empfiehlt, ist weder Glück noch ein cleverer Kniff. Dahinter steckt saubere Arbeit auf mehreren Ebenen. Fünf davon nehmen wir für unsere Kunden in die Hand.
Zugang für die richtigen Crawler
Bevor ChatGPT oder Perplexity etwas zitieren können, müssen ihre Crawler die Seite überhaupt abrufen dürfen. Das wird in der robots.txt geregelt – und genau hier passieren die meisten unbemerkten Fehler. Nicht selten sperrt eine Sicherheitseinstellung, eine Firewall oder ein Plugin diese Bots aus, ohne dass es jemand mitbekommt.
Dabei lohnt der Blick ins Detail. OpenAI setzt laut eigener Dokumentation drei verschiedene Bots ein: GPTBot für das Training der Modelle, OAI-SearchBot für die Sichtbarkeit in den ChatGPT-Suchergebnissen und ChatGPT-User für den Abruf im Moment, in dem ein Nutzer fragt. Für die Empfehlung in der Antwort zählt vor allem OAI-SearchBot – und der wird oft übersehen. Wir prüfen die robots.txt und richten sie so ein, dass die relevanten Crawler durchkommen, den PerplexityBot eingeschlossen.
Inhalte, die eine KI zitieren kann
KI-Systeme greifen bevorzugt auf Seiten zurück, die eine Frage direkt beantworten – nicht auf Texte, in denen die Antwort irgendwo im Fliesstext steckt. Wir bauen Inhalte deshalb so auf, dass das Wesentliche oben steht. Konkrete Angaben gehören dazu: Standort, Einzugsgebiet, Leistungen, Spezialisierungen. Wo es passt, ergänzen wir einen FAQ-Bereich, denn dieses Frage-Antwort-Format entspricht genau der Denkweise dieser Systeme. Eine KI kann nur weiterempfehlen, was sie konkret fassen kann – «Ihr innovativer Partner für Lösungen» gehört nicht dazu.
Strukturierte Daten
Mit Schema.org-Markup hinterlegen wir die Kerninformationen einer Website in einer Form, die Suchmaschinen und KI-Systeme direkt auslesen: wer Sie sind, wo Sie sitzen, was Sie anbieten, wann Sie erreichbar sind. Das reduziert die Gefahr, dass ein System Sie unvollständig oder falsch wiedergibt – und erhöht die Chance, überhaupt korrekt genannt zu werden.
Präsenz ausserhalb der eigenen Seite
Kein System verlässt sich allein darauf, was eine Website über sich selbst schreibt. Was zählt, ist die Bestätigung von aussen. Wir sorgen dafür, dass das Google-Unternehmensprofil vollständig und aktuell ist, dass die Einträge in relevanten Branchen- und Verzeichnisplattformen korrekt sind und dass Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch sind. Diese Übereinstimmung wirkt unscheinbar, ist aber ein starkes Signal: Ein Unternehmen, das in mehreren vertrauenswürdigen Quellen einheitlich auftaucht, gilt als etabliert.
Ein sauberes technisches Fundament
Am Ende zählt das Handwerk, auf das schon Teil 1 hingewiesen hat: kurze Ladezeiten, eine klare Überschriftenstruktur, aussagekräftige Titel, HTTPS, mobile Optimierung. Das wirkt in der klassischen Suche und in den KI-Features gleichermassen. Und wir melden jede Website in der Google Search Console an – ein Schritt, den Google ausdrücklich empfiehlt, um technische Probleme früh zu sehen.
Ein Fundament, zwei Kanäle
Die Kernbotschaft aus Teil 1 gilt weiterhin: Es braucht keine Geheimwissenschaft und keine Wunderdatei. Ein solides Fundament bleibt ein solides Fundament – in der Google-Suche wie in ChatGPT. Was hinzukommt, ist das Bewusstsein für den zweiten Kanal. In der Schweiz läuft die KI-gestützte Suche heute überwiegend über ChatGPT und Perplexity. Wer das einbezieht und seine Website darauf ausrichtet, verschafft sich einen Vorsprung.
Einiges davon lässt sich sogar selbst überprüfen. Wie, das zeigen wir in Teil 3: einen praktischen Check mit fünf Punkten, die Sie in wenigen Minuten selbst testen können.
Sie möchten nicht warten? Melden Sie sich. Wir sehen uns an, wie Ihre Website heute für die KI-gestützte Suche aufgestellt ist – und wo die grössten Hebel liegen.
Quellen: StatCounter Global Stats, «AI Chatbot Market Share Switzerland» und «Search Engine Market Share Switzerland» (gs.statcounter.com, Juni 2026); OpenAI, «Bots» (developers.openai.com); Perplexity, «Bots» (docs.perplexity.ai); Google Search Central, «AI features and your website» (developers.google.com). Marktanteile gerundet, Stand der Recherche.
Recherche und Text: Süheyb Sahbaz & Mehmet Ünsal




